Endlich, endlich sind wir noch mal online. War alles sehr aufregend und viel die letzten Tage. Wo waren wir stehen geblieben? Stimmt, am White Beach... Aaaallsssooo... Nach einem erneut wunderbaren Sonnenaufgang direkt vor unserer Haustüre (ich meine, Zelttüre) haben wir wie üblich gefrühstückt, gespült, noch ein paar Zeilen gelesen, bevor wir die Weiterfahrt Richtung Sur in Angriff nahmen. Ein erster Abstecher führte uns hinaus ins Wadi Tiwi, wo wir in den erfrischenden Pools erst einmal unsere Wasserkanister füllten, damit wir morgen wieder duschen können :-) Hier im Oman darf man zwar überall sein Zelt aufschlagen, wo es einem in den Sinn kommt, aber richtige Campsites gibt es halt nicht. Eng schlängelte sich der Weg hinauf, auch hier war man wieder mit dem Straßenbau und der Renovierung nach dem heftigen Zyklon von 2007 beschäftigt. Eine schöner Abstecher und wir wundern uns immer wieder aufs Neue, wie grün und bewachsen es in den Wadis ist. Anschließend ging es über die Küstenstraße nach Sur, wo wir erst einmal ein Fort von innen bestaunen konnten. Irgendwie war uns anschließend nach einem kalten Bier, immerhin hatten wir Sonntag!!! Und das mit dem Alkohol ist hier im Oman so eine Sache - man bekommt ihn nur in Bars oder Restaurants mit entsprechender Lizenz. Also was dachten wir uns bei dem schönen Sonnenschein? Das doch sicher eins der Strandhotels eine Beachbar haben könnte. Also rein ins Sur Beach Hotel, am Empfang wurden wir freundlichst begrüßt und dann in die Sportsbar geführt. Hier saßen nur Omanis in ihren Kaftans, rauchten und tranken Bier. Wo der Koran den Genuss von Alkohol doch verbietet. Einer dieser Männer kam in dem Moment an die Theke, als wir uns ein Döschen Bier bestellten. Er fing mit uns ein freundliches Gespräch an, da er offensichtlich auch die englische Sprache gut beherrschte und lud uns anschließend ein, an einem Tisch bei seinen Freunden Platz zu nehmen. Gesagt, getan (denn einen Außenbereich gab es nicht). Da saßen also nun fünf Freunde, Fischermänner, ein pensionierter Geschichtslehrer, ein Sportlehrer, einer von der Securitiy und andere mit weiteren Berufen und tranken sich eine Dose Bier nach der anderen. Die Gastfreundschaft reichte dann soweit, dass man mit uns ein "Kampftrinken" anfangen wollte. Nach der dritten Dose hatte ich definitiv genug, Andreas stieg schon nach der zweiten aus. Ups, wir waren schon ordentlich "entwöhnt", wie wir merkten ;-) Kichernd und mit viel Spaß an der Situation und dem Nachmittag haben wir uns dann Sur nicht mehr angeschaut, weil wir bis spätestens halb 6 immer einen Zeltplatz gefunden haben müssen. So ging es weiter an die Ostküste, nach Ras als Jinz. Hier sprangen wir ziemlich eilig ins Visitor Center, das nur abgezählte Plätze für die nächtliche Schildkrötenbeobachtung ausgibt. Mit ein bisschen gutem Zureden ergatterten wir die letzten beiden Karten für diesen Abend. Vor den Toren des Visitor Centers war das Campieren zwar erlaubt, doch war uns wieder mehr nach einem schönen Plätzchen an einem der vielen wunderbaren Strände hier. Also fuhren wir weiter an der Küstel hinunter, bis uns ein kleiner Strand in der Nähe eines Fischerdorfes von der Straße aus gesehen, sehr zusagte. Blinker gesetzt, einmal um die Häuserecke und ab über die Sandpiste Richtung Wasser. Was passierte? Im Null Komma Nichts war der Wagen wieder komplett festgefahren!!! Was für ein Ärger, denn dieses Mal standen die Reifen gleich bis zur Hälfte im Sand! Grummel, grummel und was nun? In noch kürzerer Zeit hatten sich alle Jungs aus dem Dorf um unser Auto versammelt und riefen uns auf arabisch mit den Händen im Innenraum fuchtelnd zu, was wir wohl zu tun hätten. Da wurde uns etwas mulmig, erstmal Auto verriegelt und überlegt, was zu tun sei. Darauf kam man wieder mit Seil an und startete erneut den kläglichen versuch, den Wagen ein Stück zu ziehen. Wieder mal ging es so auch keinen Millimeter vorwärts. Dazu stelle man sich ein permanentes Geschrei von rund einem Dutzend Jungs auf arabisch vor, da kann man nicht locker bleiben. Da es aber scheinbar auch gar nicht möglich war, uns aus dem Sand zu befreien, riefen wir erst einmal die Polizei an, die uns dann auch sehr freundlich am Telefon Abschlepphilfe zusagte. Hier ein kurzer Auszug aus dem Gespräch.
Policman: "How are ou?"
Ich: "Oh, not so fine, we are stuck in the sand."
Policman: "Oh mam, that is not a problem. We will help you and then you say, Iḿ fine again."
In dieser Zeit hatte man einen älteren Mann mit einem zweiten Wagen aus dem Dorf geholt, der neben mir am Steuer Platz nahm. Jetzt hatte man beschlossen, in Kolonne ab zu schleppen. Sprich, an unseren Wagen wurde ein Seil gebunden, aber auch noch eins an die Front des Zugautos, welches wiederum an den Wagen des Mannes befestigt wurden. Und siehe da, mit doppelter PS-Zahl waren wir innerhalb von 2 Sekunden aus dem Sand. Im kleinen Gang ging es dann geführt von den beiden Wagen den Hang hinauf, reichten wir den Kindern noch all unsere Kaugummipackungen und konnten nachfolgend zurück zum Visitor Center fahren, wo wir schlussendlich doch gezeltet haben. Unterwegs rief uns auch noch 5 Mal die Polizei an, ob jetzt wirklich alles in Ordnung sei und dass wir jederzeit bei Problemen wieder anrufen konnten - die omanische Polizei würde gerne immer helfen.
Fix noch Spaghetti mit Pesto gegessen und dann ging es auch schon zu den Schildkröten. Hier krabbeln wie gesagt nachts die grünen Meeresschildkröten an Land, um ihre Eier abzulegen. Wir hatten die Ehre, eine dieser Schildkröten beim Eierlegen und anschließendem Eingraben dieser Eier zu beobachten. Das war regelrecht faszinierend und am Schnaufen des circa ein Meter großen Reptils konnte man erkennen, wie mühselig diese Aktion doch sein muss. Wenig später rief uns einer der anderen Guides zu uns, da er im Mondschein eine Babyschildkröte gefunden hatte, die wohl gerade erst aus dem Ei geschlüpft war und nun den Weg ins Meer suchte. Da rutschte also ein 5 cm großes Miniexemplar Richtung Wasser. Unter dem Zuruf "Go baby go" warteten wir alle ganz gespannt auf den Moment, dass dieses kleine Tier seinen Weg in ein Leben startete. Es war für das Baby schon schwer, sich von den Wellen nicht gleich wieder auf den Sand gespült zu werden, wo gierige, im Mondlicht phosphoreszierende Krabben sich schon auf ihr Opfer stürzen wollten. Wir aber haben alle Krabben vertrieben und nun schwimmt draußen im Meer ein kleines Meereslebewesen rum. Nachdem wir auch noch drei Sternschnuppen entdeckt haben, sind wir für unsere Verhältnisse mitten in der Nacht (es war bereits Mitternacht) eingeschlafen.
Tourverlauf: http://maps.google.de/?q=http://andreas-kemper.net/tr/091122.kmz
Tourverlauf: http://maps.google.de/?q=http://andreas-kemper.net/tr/091122.kmz
1 Kommentar:
Wauw, wat gaaf zo'n schilpad!! Daar word je nu echt admeloos van of niet? Ik zou zwaar onder de indruk zijn om zoiets unieks mee te maken :))
Gelukkig heeft baby het overleefd!
Veel plezier nog in het zand gewenst en tot hoors weer,
Niq
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