Damit ihr nun auch alle informiert seit, warum meine Rückreise denn nun so turbulent war, hier mein Update. Ich hatte noch einen wunderschönen Strandtag, allerbestes Sonnenwetter, blauer Himmel, kein Wind, 28 Grad, ein schöner Liegestuhl, beschwingende Musik, ein gutes Buch. So kriegt man einen letzten Urlaubstag alleine doch ganz gut rum. Entsprechend entspannt bin ich dann mit unserer Schmuddelkarre zum Flughafen gefahren (und natürlich hatte ich einen Teil der Hotelrechnung mit den letzten Rial in bar bezahlt, damit mir ein weiterer Wechsel erspart blieb). Dort angekommen, war erst einmal die Autovermietung schockiert darüber, wie schmutzig der Wagen war. Denen habe ich dann erst einmal erklären müssen, dass nun mal viel Sand und Staub im Oman liegt und das damit wohl leider nicht ausbleibt. Noch schnell auf dem letzten Guthaben eine Mail nach Hause geschickt, auch hier lief das Zeitlimit ab. Danach ging es in die Departure Hall, in größter Vorfreude auf daheim! Aber was war das, mein Flug stand gar nicht auf der Anzeigetafel! HELP! Also fix zum Informationspunkt, dort wusste man nichts von meinen Flug. Ich sollte mich an ein Reisebüro wenden, wo man mir allerdings die gleiche Antwort gab. Vielleicht sollte ich es mal bei der Airline direkt probieren? Also zum Schalter von Qatar, der allerdings seit 15 Uhr geschlossen war und an dem Tag auch nicht mehr öffnete. Nun wurde mir schon ganz heiß, daher die Hotline (ich hatte noch ein paar Cent Telefonierguthaben auf der omanischen Sim-Karte) angerufen. Auch dort hieß es, den Flug gäbe es nicht, aber ich solle mich in ein Taxi setzen, um mich ins Hauptbüro von Qatar in Muscat Innenstadt fahren zu lassen. Welches allerdings nur bis 19 Uhr geöffnet hatte. Taxi kostet bekanntlich wieder Geld, welches ich nun nicht mehr hatte und erst einmal wieder zum Wechselschalter musste. Danach völlig schwitzend und schnaufend in ein Airport-Taxi gesprungen, wir hatten nun schon 18:10 Uhr. Die Zeit lief... Und was ist um diese Uhrzeit??? Rushhour! Der Taxifahrer hatte schon ein schweres Los mit mir, so unruhig rutschte ich neben ihm auf meinem Sitz hin und her. Glück gehabt, das Office hatte also noch geöffnet, ich völlig in Panik in den Laden. Wo man mir erst einmal auf omanische Weise ein Glas Wasser anbot und meinte, sie würden mir schon helfen. Es stellte sich heraus, dass mein Rückflug tatsächlich auf den frühen Morgen verschoben wurde und ich somit laut Papier meine Reise nicht angetreten hatte! Die Dame meinte erst, "oh, das wird dann aber teuer für Sie" und "mal sehen, wann die nächste Flugkombination frei ist". Oh je, ich wollte doch so gerne heim und außerdem rief die Arbeit ja auch! Dann kam der Chef hinzu und meinte "Mam, everything will work out! Stay calm!". Der hatte gut reden der Mann! Nach einigem Suchen und Kontrolle der Geschäftsbedingungen konnte man mir dann doch ein neues Ticket drucken und brauchte ich selbst nichts dafür zu bezahlen :-) Oman eben! Das Beste war dann auch noch, dass der Chef mich dann persönlich noch zum Flughafen gefahren hat, damit ich mir nicht schon wieder den Stress mit dem Taxi antun musste. Oooooh, was für ein Gefühl! Da saß ich dann wartend bis Mitternacht am Flughafen und bin dann über die Nacht erst nach Doha und dann wie gehabt weiter nach Frankfurt gefahren, wo man mich allerliebst freudig erwartete. So macht dann heimkehren doch noch Spaß und im Endeffekt "...un et hätt noch immer jot jejange"! Ich bin wieder da und schon fleißig bei der Arbeit...
Montag, 7. Dezember 2009
Sonntag, 6. Dezember 2009
Noch nicht ganz fertig...
Nach Chris unerwartet turbulenter Rückreise und den noch fehlenden Bildern zu den Artikeln gibt es hier in den kommenden Tagen noch ein paar Updates. Also "stay tuned"...
Freitag, 4. Dezember 2009
Ma'a salâma - we say goodbye!
Time to say goodbye... Gestern Abend haben wir schon bei einer Flasche Wein ein kleines bisschen von einander Abschied abgenommen. Trotz erstem Alkoholgenuss nach längerer Zeit konnten wir in einem Bett liegend gar nicht richtig schlafen und wurden außerdem die ganze Nacht von einer Mücke gezankt. Völlig gerädert sind wir also heute Morgen an den Frühstückstisch. Man könnte sich erholter fühlen, sollte man nach drei Wochen Urlaub meinen! Sonst gab es heute natürlich nicht viel. Wir haben nach einem wolkenreichen Morgen dann mittags noch was Sonne abbekommen, Bücher zu Ende gelesen, gedöst, Musik gehört... Einfach gefaulenzt! Jetzt packt Andreas gerade seine Tasche, für ihn geht es ja diese Nacht um 3 Uhr heim, ich hingegen habe auch morgen noch einen Strandtag und fliege erst morgen Abend um 18:45 Uhr. Damit ich allerdings am Sonntag nicht völlig groggy in Deutschland ankomme, haben wir im Laufe des Tages beschlossen, dass Andreas mit dem Taxi zum Flughafen fährt und ich damit länger hoffentlich als letzte Nacht schlafen kann. Gleich essen wir ein letztes Mal miteinander. Die schönsten Erinnerungen haben wir schon Revue passieren lassen und wie lautet die Schlussfolgerung? Ein tolles, super freundliches Land (in meinen Augen das freundlichste, was ich auf den vielen Reisen bereits erlebt habe) mit vielen landschaftlichen Facetten und einer großartigen Natur. Und natürlich schönem Wetter, keinen Tropfen Regen an 24 Tagen! Das hättet ihr daheim wohl gerne gehabt ;-) Bye, bye und der Oman ist absolut empfehlenswert!!! Und das Gespann Andreas-Christine hat reibungslos funktioniert. Es hätte also alles zusammen nicht besser sein können!!!
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Zurück im Luxus...
Ja, zurück im Luxus, sprich wir sind wieder im Oman Dive Center angekommen, wo unser Urlaub vor drei Wochen begann... Das erste, was wir hier gemacht haben, ist uns stundenlang unter eine warme Dusche zu stellen. Das war ein Genuss, nach 3 Wochen duschen unter dem 5-l-Kanister!!! Jetzt können wir auch wieder heim kommen :-) Heute Morgen hieß es dann natürlich auch, das Zelt zusammen zu falten, Isomatten leeren, Schlafsäcke klein rollen und vor allem, letzte Konserven und unsere geliebten Utensilien wie die Campingstühle und die Waschschüssel zu entsorgen. Das ist uns doch ein wenig schwer gefallen und wurde fotografisch festgehalten. Anschließend ging es weiter nochmals nach Muttrah zum Souq, wo wir ein paar Nikolausgeschenke und omanische Leckerchen gekauft haben. Danach haben wir uns einen Teil der Uni anschauen wollen, weil die RWTH Aachen hier eine Außenstelle hat. Zwar hatte die Uni bedingt durch die ganzen Feiertage im Moment geschlossen, trotzdem haben wir eine kleine Rundführung (ganz im Omani-Style eben!) durch das Aachen-Campus erhalten, uns die Unterrichtsräume und die Cafeteria angesehen. Wie nett und nur schade, dass keine Studenten da waren. Danach haben wir uns nach 3 Wochen Entbehrungen ganz dem Luxus hingegeben und waren im 5-Sterne-Hotel "The Chedi" in der mega-chicen Lounge ein gezapftes Bier in gegönnt. Das war noch nicht mal so richtig teuer und hat zusammen mit ein paar Cashewnüssen mehr als gut geschmeckt. Jaaaaa, das fehlt dann doch im Urlaub... Nun sind wir zurück in Qantab, sind frisch geduscht und freuen uns auf das 3-Gänge-Menü gleich. Dazu leisten wir uns eine Flasche Wein und feiern Abschied, da Andreas ja schon morgen Nacht nach Hause fliegt. Ich freue mich daher noch auf zwei Brathähnchentage am Strand. Wettervorhersagen: SONNE und angenehme 26 Grad. Das lässt sich wohl aushalten...
Mittwoch, 2. Dezember 2009
Sonnige Berge, schwindelnde Höhen, Bergvagabunden sind wir!
Brrr, das war mal wieder ganz schön kalt vergangene Nacht und heute Morgen wollte ich erst gar nicht aus dem Zelt... Aber was sein muss, muss sein, also kein Weichei sein und raus aus dem kuscheligen Schlafsack! Nach dem Frühstück ist Andreas netterweise ins Dorf Hadash abgestiegen, um unseren Müll zu entsorgen, währenddessen habe ich die Rucksäcke zu Ende gepackt. Und dann kam das Warm-Up!!! 900 Höhenmeter in 2,7 km! Erst nach 2:12 Stunden waren wir über den Hadash-Pass, was für eine Plackerei! Danach war uns definitiv nicht mehr kalt, auch wenn die Sonne sich auch heute nicht blicken ließ. Weiter ging es, nun nicht mehr ganz so steil auf und ab, dafür aber auch mal ab und ein eine kniffelige Stelle. Wir waren dann doch so fix unterwegs, dass wir noch eine omanische Wandergruppe einholten, Geologiestudenten aus Muscat, die am Feiertag auch unterwegs waren. Schon wurden wir in ein langes Gespräch über den Oman, das Tolle hier, über Europa, über Recycling und Müll, über Bildung und Studium etc. verwickelt. Und siehe da, über das Quatschen waren wir dann auch bereits nach 8 km wieder in Wukan zurück. Hier hat der Wanderführer mal wieder deutlich übertrieben mit angegeben 14 km... Mit den Omanis machten wir noch eine letzte gemeinsame Pause und wie sie eben so sind, haben sie uns mit Keksen und einem Kilo Datteln für unseren nächsten Stunden ausgestattet. Schnell noch ein paar Flokseln auf deutsch und arabisch ausgetauscht und wir sind weiter. Es fehlten noch gut 500 m bis zu unserem Auto. Auf diesen Metern kamen wir an einer gut situierten Familie aus Muscat vorbei, die sich natürlich auch gleich nach unserem Wohlbefinden erkundigte, uns eine Tüte Chips, Pepsi und 7 Up unter die Nase hielten, Muffins durften auch nicht fehlen und so pausierten wir auch hier und tauschten uns über omanische und deutsche Gewohnheiten aus. Es bleibt immer und überall das Gleiche, man ist uns hier wohlgesinnt. Absolut der Hammer und wohl auch einer der besten Erinnerungen an diesen Urlaub. Nach soviel Futterei und Gerede sind wir dann doch auch endlich mal zu unserem Auto gekommen. Ein letztes Mal winken, auch hier nahm man wieder kollektiv von uns Abschied. Welch' schöner Eindruck... Nun sind wir zurück ans Meer gefahren und stehen mal wieder mit unserem Zelt am Strand, ca. 80 km von Muscat entfernt. Man glaubt es nicht, uns ist nach drei Wochen Wärme und Sonne hier nun selbst am Abend mit 25 Grad so kalt, dass wir Jacken und Hosen anziehen müssen. Wie sollen wir das nächste Woche im winterlichen Deutschland aushalten??? Es gab gerade das letzte selbstgekochte Essen (zur Abwechslung wieder mal Nudeln!), eine letzte Nacht im Zelt und dann geht es morgen auch schon wieder ins Oman Dive Center... Aber vorher schauen wir uns noch etwas Muscat an. Bis morgen!
Tourverlauf: http://maps.google.de/?q=http://andreas-kemper.net/tr/091202.kmz
Wanderungen W24a und W25 auf GPSies
Dienstag, 1. Dezember 2009
Basislager steht!
Heute Morgen war auf dem Fussballplatz erst mal wieder Action angesagt. Wieder stand alles, was zwei Beine hat, am Rande des Dorfes und rief "Hello!" und winkte fleißig, danach kamen wieder einzelne Kinder, mal in Begleitung des Vaters, vorbei, gaben und die Hand. Inzwischen können wir einfache Sätze auf arabisch, was mit Begeisterung angenommen wird. Nach viel Gerangel wurde dann wohl der einzige Student des Dorfes, der auch englisch konnte, vorbei geschickt. Dieser begrüßte uns dann freundlichst in dem Dorf, fragte, ob wir für unsere Reise noch etwas benötigen und meinte, wir könnten morgen gerne wieder hier nächtigen. Man sehe das gerne und würde sich über Fremde freuen. Und er sei unser Freund, wenn wir also was bräuchten, sollten wir nur nach ihm rufen. Wirklich sehr nett hier! Als wir dann los fuhren, stand das ganze Dorf am Rand Spalier und winkte uns freundlichst zum Abschied. Wir hatten am Morgen unter Begutachtung der Kinder unsere Wanderrucksäcke bestückt und sind mit dem Gepäck ein wenig im Wadi hinauf bis Wukan gefahren. Dort steht nun unser Auto und haben wir gegen 11 Uhr mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten, Essen und Getränke für zwei Tage die Wanderung W24b nach Hadash begonnen. Grade 2-3 laut Beschreibung, "for experienced hikers only" und "maybe you need a rope in some parts" (was wir nicht dabei haben), dafür "nur" 4 km lang. Größtenteils war das mehr klettern statt wandern und das bei circa 60% Neigung. Da waren wir nach 4 km auch völlig bedient und schweißgebadet. Aber auch die Anwohner von Hadash riefen uns das nun bekannte "Hello" zu, man stand schon oben im Dorf und winkte. Wir haben zurück gewunken und kaum im Dorf angekommen, wurden wir auch schon freundlichst gefragt "Do you need something?", "Please come into my house and be my guest!", "You want to drink something?"... Dieses Mal haben wir mal nicht nein gesagt, somit wurden wir in ein Haus (oder eher ein Raum mit vier Wänden, einer Tür und einer Decke) eingeladen, standen gleich frisch gebackenes Fladenbrot, Ziegenfleisch in einer Kidneybohnen-Chili-Soße, zwei Becher mit frischem Wasser, Äpfel und schmackhafter Chai (omanischer Tee) für uns bereit. Sehr nett alles und der Gastgeber entschuldigte sich wenig später, dass er wieder zur Arbeit muss, wir aber ruhig noch alles aufessen könnten. Unglaublich, so was würde bei uns daheim aber auch wirklich keiner machen. Oder kann sich einer von Euch vorstellen, morgen einem fremden Araber so eine Gastfreundlichkeit entgegen zu bringen? Nun sind wir ein paar Meter weitergezogen und stehen oberhalb des Dorfes neben einem alten, halb verfallenen Fort mit unserem Zelt. Und da Andreas trotz bereits ordentlich Rucksackgewicht netterweise auch dazu bereit erklärt hat, das Netbook mitzuschleppen, sind wir nun auch online und können Euch damit auch gleich "live" aus dem Basislager berichten. Morgen geht es über den Wukan-Pass zurück nach Wukan, laut Beschreibung ebenfalls "for experienced hikers only" und 14 km lang, mit vielen, vielen Höhenmetern. Also gleich mal Spaghetti essen und morgen früh geht's dann weiter, mal sehen, wir sehr wir "leiden" müssen. We keep you informed!
Tourverlauf: http://maps.google.de/?q=http://andreas-kemper.net/tr/091201.kmz
Wanderung W24b auf GPSies
Abonnieren
Posts (Atom)