Samstag, 28. November 2009

Finally, we reached the top!!!


Uuuuaaah, was für ein Tag! Der liebe Wecker klingelte uns um 5 Uhr wach, dann hieß es hurtig, hurtig raus aus den Federn. Die Reste des Reistopfs von gestern nochmal erwärmen, denn wir wollten die Wanderung auf einer besseren Grundlage als unserem gewöhnlichen Frühstück bestehend aus Zwieback mit entweder Marmelade oder Nutella beschmiert beginnen. Also hieß es neben einem Kaffee auch noch Kohlenhydrate bunkern, das ließ doch gewöhnte Sportlerherzen gleich höher schlagen. Langsam ging die Sonne am Horizont auf, aber trotzdem war ich von der morgentlichen Kälte schon derart durchgefroren, dass auch endlich mal die Handschuhe hier zum Einsatz kamen. Erneut in die Wandersocken, Schuhe geschnürt und im ersten Morgenlicht starteten wir dann den Wanderweg W4 hinauf zum Jabal Shams. Das ist mit 3007 m Omans höchster Gipfel, Endpunkt der Wanderung ist jedoch nur der Southern Summit mit 2997 m. Laut Wandertafel und Trekkingbuch eine Tour von 9 km Länge, Ausgangshöhe waren 1920 m. Das sollte doch locker zu schaffen sein, wo der Wanderführer von "Grade 2, in most parts realtively easy to go, but some steep climbs" sprach. So zogen wir frohen Mutes um 6:20 Uhr los. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Rand eines Canyons und noch ein Schritt weiter, und wir hätten die Möglichkeit gehabt, hier 500 m in die Tiefe zu springen. An so einer Stelle merkt man gleich, dass man nicht in Deutschland ist. Dort wäre so ein Abgrund zwanzig Mal gesichert. Aber, keine Zeit für eine Pause, denn das GPS sagte gerade mal 2 km. Also weiter, wenig später wurden allerdings lange gegen kurze Hosen getauscht, Sonnencreme aufgetragen, ein Schluck Wasser getrunken. Der Weg war bestens zu finden, denn kaum hatte man einen Stein mit der weiß, gelb, roten Markierung gesichtet, tauchte schon der nächste 25 m weiter auf. Fröhlich ging es weiter, nur machten wir so gut wie keine Höhe. Stattdessen gingen wir in einer Schlucht erst einmal hinab, um auf der anderen Seite gleich wieder aufzusteigen. Mühselig kamen wir voran, zwischendurch nahmen wir uns kurze Zeit, um die Aussicht zu genießen. Dann hörte auf einmal die Markierung auf und fanden wir den weiteren Weg erst nach einigem Suchen. Danach war die Beschilderung zwar wieder perfekt, aber jedes Mal, wenn man dachte, wir sind gleich da vorne oben (das GPS zeigte bereits 8,5 km!), mussten wir erneut durch eine Schlucht oder an einer steilen Wand empor klettern. Bei KM10 dachten wir wieder, der Gipfel läge direkt vor uns, aber nein, auch hier musste man erst einmal wieder hinab und auf der anderen Seite steil bergauf klettern. Wie frustrierend war das denn?? Also nochmal allen Mut zusammen nehmen, ein Blick auf die Uhr (Himmel, schon fast 12 Uhr!), ein letzter Ab- und erneuter Aufstieg und wir waren oben. 2997 m, die dünne Luft war gleich vergessen und die permanente Sonnenbestrahlung auch. Fix noch einen Schluck Wasser getrunken und ein Muffin gegessen (denn Hunger hatten wir bei der Anstregung keinen) und dann gleich mit dem Abstieg wieder begonnen. Tatsächlich war die Strecke keine 9, sondern 12 km lang und somit mussten wir diese Entfernung bis spätestens 17:30 geschafft haben, da es danach innerhalb weniger Minuten stockfinster wird. Also nicht lange fackeln und wieder hinab (bzw. die vielen Schluchten wieder hinauf). Was für eine grausame Wanderung ;-) Glücklicherweise schloss sich uns bei KM18 ein junger Franzose an, der uns mit seinem netten Geschwätz derartig ablenkte, dass wir nicht mehr bei jeden Schritt nachdenken konnten, wie weh uns doch so langsam die Beine und die Knie taten. Zu dritt waren wir dann Punkt 17:30 Uhr zurück am Ausgangspunkt. Zusammen mit dem Franzosen sind wir dann in das Restaurant einer benachbarten Anlage gefahren, wo wir zwar kein kaltes Bier, wenigstens aber eine kalte Coke bekamen (vor lauter Erschöpfung konnte ich auch nicht mehr an Essen denken, da war mir mal so gar nicht nach). Das tat gut, vor allem auch, dass wir endlich die Schuhe ausziehen konnten. Was waren wir im Eimer und einmal sitzend, kamen wir gar nicht mehr hoch. Wie gut, dass die anderen Gipfelstürmer, die wir wenigstens auf dem Hinweg bereits überholt hatten, eine Stunde später dann auch aufschlug und alle so fertig waren. Also lag es nicht an mangelnder Kondition ;-) Füße wurden gerieben, auf Blasen untersucht, nur die Sonne hatte einigen zu schaffen gemacht. Aber glücklicher kann man abends nach so einer erfolgreichen Besteigung nicht einschlafen (allenfalls nur dann, hätte man eine Dusche gehabt). Geschlafen haben wir vergangene Nacht 12 Stunden, das war aber auch nötig!!!

Tourverlauf: http://maps.google.de/?q=http://andreas-kemper.net/tr/091127.kmz
Wanderung W4 auf GPSies

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